Sandra Becker

Augenblicke im Paradies

10.06.2007 — 14.07.2007

Eine weisse Krähe auf erotisch bestrumpften Frauenbeinen. Glitzernd wie Diamanten die Augen.  Neun leuchtend rote Männertorsi stehen im Raum zusammengerückt wie eine Herde Tiere, die ihr Gegenüber fixieren. Dem einen wächst ein Hahnenkamm, dem anderen Hasenohren, dem Dritten spriesst ein Antilopengeweih aus dem Kopf. Ausserdem zu sehen, ein schwarzes Figurenpaar. Beine, Arme, Hände und Füsse so eng verschlungen, dass die beiden Körper zu einem vielgliedrigen Leib verschmelzen. Die Grenzen zwischen Mensch und Tier zerfliessen mitunter im Werk von Sandra Becker.

Ihre nackten männlichen und weiblichen Figuren aus Epoxydharz faszinieren durch haptische Präsenz und starke Farbigkeit. In mehrteiligen Installationen erobern sie den Raum. Die Wände werden dabei zu Projektionsflächen für grafische Körperbilder, die sich in den Skulpturen wieder finden und mit der barocken Idee einer Grenzerweiterung des Raumes durch ornamentale Überflutung spielen.

Die anziehende Sinnlichkeit der Körper möchte den Betrachter ansprechen, ihn durchaus verführen näher zu treten. Doch aus der Nähe gesehen zeigt sich die Oberfläche des Materials undurchdringbar, kalt, künstlich. Dann wirken die Skulpturen hermetisch, nach aussen verschlossen. Selbstvergessen und traumverloren hängen zwei grüne Frauenkörper in extremen Positionen, aber mit übernatürlicher Leichtigkeit, an den Wänden. Der irdischen Schwerkraft enthoben, kann nichts ihre geheimnisvolle Selbstbezogenheit stören. Nur Form, nur Hülle, innen hohl spiegeln sie die Illusion eines Moments der Ruhe und des Einsseins wieder. Ein paradiesischer Zustand in der Schwebe zwischen Rausch und Besinnung.

Sandra Becker, 1966 in Schaffhausen (Schweiz) geboren und in Karlsruhe lebend, studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Karlsruhe. In der Kunsthalle Arbon zeigt sie Arbeiten der letzen 3 Jahre. Darunter eine aktuelle Werkgruppe, die im Juni erstmals öffentlich zu sehen ist.

Die Vereinigung des scheinbar Unvereinbaren bildet einen zentralen Aspekt im Werk von Sandra Becker. Angesprochen ist dabei auch die Aufhebung von Gegensätzen im Dialog der Geschlechter, wie dieses Gespräch verläuft, davon können Sie sich in der Kunsthalle Arbon ab 10. Juni selbst ein Bild machen. Am Sonntag 01. Juli um 11 Uhr begleitet die Künstlerin die Besucherinnen und Besucher selbst durch die Ausstellung.

Öffnungszeiten

Während der Ausstellungen:

Freitag: 17 – 19 Uhr
Samstag und Sonntag: 13 – 17 Uhr

Eintritt frei.

Kontakt

Kunsthalle Arbon
Grabenstrasse 6
Postfach 160
9320 Arbon
Schweiz

Tel: +41 71 446 94 44
E-Mail: info@kunsthallearbon.ch

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